Mittwoch, 26. April 2017

[Laberpost] Was ich lesen möchte: Kinder- und Jugendbuchklassiker

Ich muss zugeben, dass ich in meiner Kindheit nicht allzu viel gelesen habe. Ich habe die "Bullerbü"-Bücher von Astrid Lindgren gelesen, kürzere Erstlesebücher und an "Der kleine Vampir" von Angela Sommer-Bodenburg kann ich mich erinnern. Wahrscheinlich waren da noch ein paar mehr Geschichten, an die ich mich nicht mehr erinnere, jedoch waren die großen Kinder- und Jugendbuchklassiker nicht dabei. Das möchte ich in Zukunft nachholen. Aktuell lese ich "Momo" von Michael Ende und mir fällt dabei auf, dass man das Buch durchaus als Erwachsener lesen kann. Der Stil ist mit dem von Erwachsenenbüchern  vergleichbar, wenn auch die Geschichte simpler, eben für Kinder, ist.

Dass ich das Lesen dieser Bücher nachholen möchte, hat zwei Gründe: Zum Einen möchte ich mein eigenes Bücher-Allgemeinwissen vergrößern. Dazu gehören meiner Meinung nach auch die bekannten Geschichten für Kinder. 
Zum Anderen möchte ich zukünftig in der Literatur- und Leseförderung für Kinder tätig sein. Wie ich da hin komme, weiß ich noch nicht genau, jedoch denke ich, dass meine Ausbildung zur Erzieherin schon einmal eine gute Basis darstellt. Vielleicht kann mich ein anschließendes Studium in die Richtung bringen. Ich glaube, sich mit solchen Büchern auszukennen, ist dabei ganz wichtig und hilfreich.

Hier sind die Kinder- und Jugendbuchklassiker, die ich bisher auf meine Wunschliste gesetzt habe:









Zu "Little Women" oder auf Deutsch "Betty und ihre Schwestern" kenne ich bereits die Verfilmung sowie die Trickserie aus Japan. Beides habe ich als Kind geliebt. Auch "Der Trotzkopf" ist mir aus einer Spielfilm-Fernsehserie bekannt, die ich ebenfalls als Kind verschlungen habe.

Welche Kinder- und Jugendbuchklassiker würdet ihr mir noch empfehlen? Welche sind für Erwachsene noch gut lesbar, ohne sich zu langweilen? :)


Samstag, 22. April 2017

Die Kunst des Wolfgang Herrndorf

Der 2013 freiwillig aus dem Leben geschiedene Wolfgang Herrndorf war nicht nur ein begabter Schriftsteller, sondern ein talentierter Maler. Er studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und arbeitete als Illustrator. 

Über Herrndorf wird gesagt, dass er als Maler und Schriftsteller sehr perfektionistisch war. Als Schriftsteller überarbeitete er tagelang einzelne Sätze, als Maler saß er lange an Details. Seine Bilder ließ er nie in Galerien ausstellen, da er seinen eigenen Erwartungen kaum entsprach. Er hängte seine Messlatte hoch und bewunderte die alten Meister wie Vermeer. Als er mit dem Schreiben anfing, hörte er mit der Malerei auf. 

Seine Bilder wurden das erste Mal postum ausgestellt.












Sonntag, 16. April 2017

[Fragebogen] "Was liest du?" von Lesestunden

Tobi von Lesestunden hat einen schönen Fragebogen zusammen gestellt, den ich gerne beantworten möchte. Fragebögen machen unheimlich viel Spaß!

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Jack Kerouac – Unterwegs



Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?
Jack Kerouac – Unterwegs, George Orwell – 1984, Jack Kerouac - The Town and the City, Thomas Mann – Buddenbrooks, Arthur Golden – Die Geisha




Welche Neuerscheinungen erwartest du sehnsüchtigst?
Keine

Welche fünf Bücher sind schon am längsten auf deinem Stapel ungelesener Bücher?
Anne Frank – Tagebuch der Anne Frank
Friedrich Dürrenmatt – Die Physiker
Friedrich Nietzsche – Also sprach Zarathustra
Jean Paul Sartre – Der Ekel
Orhan Pamuk – Die weiße Festung

Welche fünf Bücher von deinem Stapel ungelesener Bücher wirst du als nächstes lesen?
Benedict Wells – Spinner
Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis
George Orwell – Farm der Tiere
Hermann Hesse – Unterm Rad
Thomas Mann – Königliche Hoheit

Welches Buch hat die schönste und bewegendste Liebesgeschichte?
"Das Spiel ist aus" von Sartre und "Der Scherz" von Milan Kundera

Welche Fantasy Reihe ist dein Favorit?
Harry Potter



Welches Buch von welchen Autoren/welcher Reihe sollte endlich geschrieben werden?
?

Was ist das anspruchvollste Buch, das du jemals gelesen hast?
Immanuel Kant – Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

Welches Buch fandst du am aller schrecklichsten?
Joey Goebel - Freaks

Welches Buch würdest du gerne einmal lesen, aber wagst dich noch nicht ran?
Hermann Hesse – Das Glasperlenspiel

Was ist das spannendste Buch, das du je gelesen hast?
Harry Potter

Welches Buch hat dich am meisten aufgerührt?
/

Was ist das beste Sachbuch in deinem Schrank?
Die philosophische Hintertreppe

Was ist dein schönstes Buch in deinem Schrank?

Was ist das älteste Buch, das du je gelesen hast?
Hartmann von Aue – Der arme Heinrich 



Welches Buch hat dich so richtig geärgert?
Joey Goebel – Freaks. Wie kann man nur so einen Müll verzapfen?

Was ist dein liebster Klassiker?
1984, Buddenbrooks, Effi Briest

Was ist dein absoluter Favorit unter den Kinderbüchern?



Was ist der schönste Bildband in deinem Regal?
Sailor Moon Artbooks (1-5 auf Deutsch)


Welche Bücher sind ganz oben auf deiner Wunschliste?
Anna Karenina, Krabat, Harry Potter-Taschenbuchausgabe im Sammelschuber. :)

Wer ist dein absoluter Lieblingsautor?
Jack Kerouac, Hermann Hesse



Welchen Autoren findest du am faszinierendsten?
Jack Kerouac

Welches Buch hat dein Denken am stärksten beeinflusst?
Jack Kerouac

Wenn ein guter Freund/gute Freundin krank im Bett liegt, welches Buch empfiehlst du?
Kommt auf seinen/ihren Geschmack an. :)

Zu welchem Buch greifst du, wenn du Liebeskummer hast und dich trösten willst?
Zu einem, was ich auch ohne Liebeskummer lesen würde.

Welches Buch hatte das schönste Setting?
/

Aus welchem Buch hast du am meisten für dich mitgenommen?
Jack Kerouac - Unterwegs

Welches Buch konnte dich sprachlich am meisten begeistern?
Alles von Hesse und Thomas Mann

Welche Romanfigur konnte dich am meisten begeistern?
Sirius Black

Was ist dein teuerstes Buch im Regal?
/

Welche Bücher hast du am öftesten erneut gelesen?
Arthur Golden – Die Geisha

Was war dein erstes Buch, das du je gelesen hast und an das du dich erinnern kannst?
Hmm… Pixibücher?



Du machst Urlaub in einem einsamen Haus am Meer. Welche Bücher nimmst du mit?
Dicke Klassiker von meiner Wunschliste: Anna Karenina zum Beispiel.

Welche Bücher kannst du Schriftstellern empfehlen?
Hermann Hesse wegen des Stils und Jack Kerouac wegen der lockeren, spontanen Art zu schreiben.

Welches Buch hast du als grausamsten oder erschreckendsten empfunden?
Sally Perel – Ich war Hitlerjunge Salomon

Welche Reihe an Büchern kaufst du alle ausnahmslos und sammelst du?
Romane von Hermann Hesse und Jack Kerouac

Von welchem Autoren hast du am meisten Bücher im Schrank stehen?
Hermann Hesse und Jack Kerouac 

Welches Buch sollte ich wirklich wirklich wirklich unbedingt lesen?
Eher unbekannt: „Zauberer“ und „Fräulein Niemand“ von Tomek Tryzna. Ich dachte, ich empfehle mal etwas, was nicht jeder kennt. Von bekannteren Büchern liest man ja überall.


Samstag, 15. April 2017

[Rezension] Wolfgang Herrndorf - Bilder deiner großen Liebe


Mein dritter "Herrndorf" ist sein letzter Roman, den er aufgrund seiner Krebserkrankung und seines darauf folgenden Selbstmordes nicht vollenden konnte. Ich hatte mir einen ganz besonderen Roman vorgestellt, jedoch traf er leider nicht so sehr meinen Geschmack.

Inhalt
"Ein Mädchen steht im Hof einer Anstalt. Das Tor geht auf, das Mädchen huscht hinaus und beginnt seine Reise, durch Wälder, Felder, Dörfer und an der Autobahn entlang: «Die Sterne wandern, und ich wandre auch.» Isa heißt sie, und Isa wird den Menschen begegnen – freundlichen wie rätselhaften, schlechten wie traurigen. Einem Binnenschiffer, der vielleicht ein Bankräuber ist, einem merkwürdigen Schriftsteller, einem toten Förster, einem Fernfahrer auf Abwegen. Und auf einer Müllhalde trifft sie zwei Vierzehnjährige, einer davon, der schüchterne Blonde, gefällt ihr." (rowohlt)


Meine Meinung
Isa ist ein psychisch krankes Mädchen. Das wird einem nicht nur klar, da sie aus einer psychiatrischen Anstalt ausbricht, sondern auch durch ihre Gedanken, die sie dem Leser permanent mitteilt. Isa erzählt von sich, aber viel mehr erzählt sie von den Menschen, denen sie begegnet. Einige Männer begegnen ihr unsittlich, wollen sie berühren oder onanieren, während sie dabei ist. Dabei ist sie noch minderjährig und keine Erwachsene Frau. Auch Isa scheint zu erwarten oder denken, dass sie allen Männern gefallen muss. Sexuelle Handlungen nimmt sie in Kauf, scheinen nichts intimes für sie. Warum war sie in psychiatrischer Behandlung? Hat sie selbst einmal Missbrauch erfahren, der sie so abstumpfen ließ und ihre Grenzen niederriss? Was von dem, was sie erzählt, ist wahr? Isa widerspricht sich innerhalb des Romans, sie revidiert Aussagen, ohne sich dessen Bewusst zu sein. Sie begegnet Menschen und erlebt Situationen, von denen man das Gefühl hat, dass sie nicht echt sind. Haben alle Gespräche mit den fremden Menschen so statt gefunden oder fanden diese Geschichten nur in ihrem wirren Kopf statt?

All dies werden wir leider nie erfahren. Wolfgang Herrndorf hinterließ diesen unvollendeten Roman ohne Erklärungen. Leider bin ich oftmals nicht durchgestiegen. Ich habe leider auch keine Message heraus lesen können oder irgend etwas, was mich berührte. Auch, wenn es Herrndorfs "Abschiedswerk" ist, kann ich diesem Buch leider nicht mehr als 3 von 5 Sternen geben.



Sonntag, 2. April 2017

[Serienrezension] Breaking Bad (Spoiler)


Zugegebenermaßen ist Breaking Bad schon etwas älter und ich bin wohl einer der wenigen Menschen auf diesem Planeten, der diese Serie erst jetzt gesehen hat. Aber das ist nicht so schlimm. Diese Serie hat mich so in ihren Bann gezogen, so begeistert und mitgerissen, dass ich einfach über sie schreiben muss.

Inhalt
Der 50-jährige Chemielehrer Walter White bekommt die Diagnose Lungenkrebs. Um seiner Familie für den Fall der Fälle Geld zu hinterlassen und seine Krebstherapie zu bezahlen, nötigt er seinen ehemaligen Schüler Jesse Pinkman dazu, mit ihm gemeinsame Sache zu machen und Methamphetamin herzustellen und zu verkaufen. Walter will dabei die Rolle des Meth-Produzenten übernehmen, wobei Jesse das Produkt auf der Straße verkaufen soll. Walters Produkt ist von bester Qualität und nicht nur Jesse ist begeistert davon. Die beiden steigen ins Drogengeschäft ein und verzwicken sich immer mehr in moralisch fragwürdige Situationen...



Meinung
Zu allererst muss ich sagen, dass ich wirklich eine schwierige Serienguckerin bin. Ich finde die meisten albern, unauthentisch, voller Klischees, schlecht umgesetzt oder langweilig. 
Von Breaking Bad wusste ich aber schon seit Jahren, dass diese Serie anders sein sollte. Viele waren begeistert. Da ich erst seit kurzem bei Netflix angemeldet bin, kam ich auch erst Anfang dieses Jahres in den Genuss. Die Serie ist wirklich unglaublich gut und die beste, die ich bisher gesehen habe. Danach kommt nichts besseres, denke ich. Ich bin in einer richtigen "After Breaking Bad"-Depression.

Ich hatte durchweg das Gefühl, dass die SchauspielerInnen mit Herzblut bei der Sache sind. Alle spielen ihre Rollen unheimlich gut. Dabei sind vor allem die Protagonisten Walter White (Bryan Cranston) und Jesse Pinkman (Aaron Paul) zu nennen, die jede Emotion und Situation glaubwürdig transportieren und spielen können. 

Es gibt viele Aufnahmen, die draußen spielen. Die Schauspieler sind also nicht durchgehend eingepfercht in Studios, in die kein Tageslicht kommt. Solche Sets sind mir immer sehr wichtig und geben der Serie mehr Authentizität. Es wirkt alles sehr real und nicht wie auf einer Bühne.

In der Serie gibt es sehr viele spannende Momente, die manchmal so spannend sind, dass ich sie kaum aushalten konnte. Solche Momente, in denen man gerne rufen würde: "Nein, pass doch auf!" Ich war als Zuschauerin wirklich mittendrin, statt nur dabei.

Die tiefere Ebene (Spoiler)
"Breaking Bad" heißt ins Deutsche übersetzt so viel wie "vom rechten Wege abkommen" und in der Serie ist vor allem zu sehen, wie Walter vom rechten Wege abkommt und immer mehr in die kriminelle und moralisch verwerfliche Schiene hinein schlittert.

Zu Beginn lernt man Walter als biederen, gar langweiligen Chemie-Lehrer kennen, der mit seiner schwangeren Frau und seinem jugendlichen Sohn in einem Bungalow in Albuquerque wohnt. Seine Kleidung ist unscheinbar und sein Auto sieht aus wie das eines Rentners. Walter führt ein durch und durch ruhiges, eintöniges Leben. 
Mit seiner Krebsdiagnose und dem Einstieg ins kriminelle Milieu ändert sich nicht nur sein Leben, da er beginnt ein Doppelleben zu führen, sondern auch sein Charakter. Walter wird mehr und mehr Teil der "dunklen Seite" des Lebens, er entwickelt ein Alter Ego namens "Heisenberg" mittels dessen er agiert und handelt zunehmend egoistischer und kaltblütiger.

Die Serie wirft viele Fragen moralischer Natur auf, vor allem, da es in einem Land wie den USA keine richtigen Krankenversicherungen gibt, die die Kosten wichtiger Behandlungen komplett übernehmen. Viele Handlungen Walters sind zu Beginn nachvollziehbar, auch wenn man sich denkt, dass er doch ab jetzt bitte aufhören solle, da er  sonst immer mehr im Schlamassel steckt. Jedoch hört er nicht auf, auch nicht, als er einen Haufen Geld angesammelt hat und man ahnt bald, warum. Walter differenziert sich als komplexer Charakter heraus, dem es nicht mehr nur darum geht, seine Therapie und seine Familie finanziell abzusichern, sondern es geht ihm auch um den Ausbruch aus seinem biederen Leben und darum, etwas großes zu erschaffen. Dieser Wunsch entstand wahrscheinlich deshalb, weil er einst mit Freunden aus der Studienzeit eine Firma gründete aber dann ausstieg. Seine Freunde wurden reich mit der Firma und er fühlte sich betrogen und vielleicht minderwertig, weil er, im Gegensatz zu ihnen, "nur" als Chemie-Lehrer endete, der auch noch nebenbei in einer Autowaschanlage mitarbeitete, um das Haushaltseinkommen aufzustocken. Schon bevor er sagt, dass ihn das Drogengeschäft "lebendig fühlen" lässt, hat man die Ahnung, dass er sich mitunter aus diesem Grund so schlecht aus diesem Geschäft entwurzeln lässt. 

Jesse war zu Beginn der Serie, im Gegensatz zu Walter, der Bad Boy, welcher sein Leben nicht so richtig in Griff hatte und mit einem Bein in der Drogenszene drinnen steckte. Walter hingegen war, eigentlich, ein Saubermann, der nur anfing Drogen herzustellen, um seine Familie abzusichern. Im Laufe der Serie scheinen die beiden die Rollen zu tauschen. Jesse entwickelt sich immer mehr zum guten Gewissen des Duos und Walter nimmt immer mehr Leid für seine Ziele in Kauf und hinterlässt überall nur Schutt und Asche. Dabei leiden nicht nur andere Kriminelle und Unschuldige darunter, sondern vor allem auch seine Familie. 

Als Zuschauer steht man vor allem vor der schwierigen Entscheidung, ob man für oder gegen Walter ist. Man lernt Walter vor seiner Drogenkarriere kennen, er könnte der eigene Vater sein und man leidet mit ihm mit, als er erfährt, dass er schwer krank ist. Seine Entscheidung, ins Drogengeschäft einzusteigen ist unter den Voraussetzungen nachvollziehbar. Doch sein anderes Gesicht, der Heisenberg, zu dem er mehr und mehr wird, ist ein furchtbarer Charakter, der alles und jeden um sich herum manipuliert, um ein Imperium aufzubauen. Bis zum Schluss wusste ich nicht, auf welcher Seite ich stehe. Irgendwie hatte ich immer gehofft, dass sein Schwager nichts davon erfährt, dass Walter aus der Sache heil heraus geht. Andererseits war mir aber klar, dass es so enden musste, wie es endete. All die Verbrechen, die Walter begonnen hatte, konnten nur damit vergolten werden, dass er am Ende selber stirbt. Durch seine eigenen Mittel oder seine Krankheit. Denn so würde sich der Kreis schließen und ein rundes Ganzes ergeben.