Donnerstag, 27. März 2014

[Rezension] Gioconda Belli - Bewohnte Frau


Dieses Buch ist über den Bücherbus Hamburg zu mir gekommen. In einigen Bussen in Hamburg befindet sich ein Bücherregal, aus dem man sich Bücher mitnehmen, Bücher tauschen oder Bücher da lassen kann. Ehrlich gesagt hätte ich nicht erwartet, dass das Buch so gut sein würde, wie es letztendlich war!

Inhalt
Erzählt wird die Geschichte der Mittzwanzigerin Lavinia Alarcón, die in den 70er Jahren in der fiktiven Stadt "Faguas" in Nicaragua lebt. Sie gehört zur aristokratischen, wohlhabenden Oberschicht, hat Architektur in Italien studiert und fängt bei ihrer ersten Arbeitsstelle in einem Architekturbüro in Faguas an.
Dort lernt sie ihren Arbeitskollegen Felipe Iturbe kennen und lieben, durch den sie ein Teil des geheimen Widerstandes gegen des Regimes des "Großen Generals" wird.

Erzählt wird dabei nicht nur der Widerstand gegen das 70er Jahre Regime des "Großen Generals", sondern auch der Widerstand der Ureinwohner gegen die spanischen Konquisitadoren im 16. Jahrhundert. Itzá, ist als Orangenbaum in Lavinias Garten wiedergeboren und beseelt Lavinia von ihrem Geist, der ja ebenfalls im Widerstand gekämpft hat, als Lavinia sich von den Orangen des Baumes Saft zubereitet und trinkt. Itzá, die nun ein Orangenbaum ist, erzählt dabei nicht nur von ihrem damaligen Widerstand gegen die Spanier, sondern auch davon, was sie fühlt, als ihr Orangensaft von Lavinia aufgenommen wird und wie Lavinia in tiefstem Innern fühlt. Daher auch der Titel "Bewohnte Frau". Lavinia wird, nachdem sie von dem Baum Orangensaft getrunken hatte, von dessen Geist "bewohnt".

Meine Meinung
Die Autorin Gioconda Belli thematisiert in ihrem Buch mehrere Dinge: Ein totalitäres Regime, eine Kluft zwischen Arm und Reich, die gesellschaftliche Stellung der Frau, der Widerstand Nicaraguas Ureinwohner gegen die Spanier.
Angelehnt ist die Geschichte an den sandinistischen Widerstand gegen das Somoza-Regime der 70er Jahre.

"Es schlug neun. Nun war es offensichtlich, daß er nicht kommen würde. Tante Inés pflegte zu sagen, daß die Männer unberechenbar und undurchschaubar waren, stockfinstere Nächte mit ein paar Sternen. Die Männer waren die Höhle, das Feuer unter Dinosauriern, die Sicherheit einer breiten Brust, Hände, die die Frau beim Lieben hielten, Wesen, die den Vorteil genossen, keine unverrückbaren Horizonte, keine Räume mit festen Begrenzungen zu haben. Die ewig Privilegierten. Obwohl sie alle aus dem Bauch einer Frau kamen, von ihr abhingen, um zu atmen und um zu wachsen, um sich zu ernähren und Kontakt mit der Welt aufzunehmen, schienen sie sich später mit ungewöhnlicher Wildheit gegen diese Abhängigkeit aufzulehnen, um das weibliche Element zu unterwerfen, denen die Macht zu entreißen, die ihnen durch den Schmerz gespreizter Beine das Leben geschenkt hatten."

Auf dem Buchrücken steht "Ein Buch zum Verschlingen in einer Nacht." (Marianne Kröger). Nun, das kann ich nicht wirklich bestätigen, denn ich habe etwas länger an dem Buch gesessen. Was jedoch nicht heißen soll, dass das Buch nicht spannend war - Im Gegenteil. War ich erst mal in der Geschichte drin, so war das Buch sehr spannend und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ungewohnt war vielleicht der Schreibstil der Autorin. Dabei kann ich nicht mal sagen, warum. Die Geschichte aber hat mir sehr gefallen und  ist absolut lesenswert. Auch die ganzen Themen, die dort behandelt werden, wurden nachvollziehbar miteinander verwoben.
Manchmal konnte ich nur nicht nachvollziehen, warum Lavinia und Felipe nun ein Paar wurden. Da ging irgendwie alles zu schnell. Ich hätte gerne mehr über die beiden, auch über Felipe selbst erfahren, um nachvollziehen zu können, warum sich die beiden verliebt haben.

Fazit: Für mich war das Buch ein sehr guter und fesselnder Einstieg in die Geschichte Südamerikas und ich werde bestimmt noch mehr aus dieser Richtung lesen!

4 Sterne!






Dienstag, 25. März 2014

Das erste Mal getaggt: "Liebster Award"


Vielen Dank an Lena, die mich getaggt hat. Das ist mein erstes Mal und ich bin auch schon ganz schön aufgeregt :)
Also los gehts:

Regeln (in Kurzform):
- 11 Fragen beantworten
- Neue Fragen stellen
- Neue Blogger taggen



Lenas Fragen:

Deine Haarfarbe?
Rot (gefärbt) :D

Deine Lieblingsfarbe?
Rot, Blau, Pink

Dein Lieblingstier?
Hund, Elefant

Sommer oder Winter? Frühling oder Herbst?
Ich liebe den Frühling, aber ein sonniger Herbst ist auch toll. :)

Auf welche Art von Schule bist du gegangen/ gehst du? ( Gymnasium, Real Schule, ....)
Ich ging auf ein Gymnasium mit der Fachrichtung Pädagogik und Psychologie

Seit wann hast du deinen Blog?
Noch gar nicht so lange: Seit Dezember. :)

Dein letztes gelesenes Buch?
"Schoßgebete" von Charlotte Roche.

Deine letzte Rezension war über...?
Auch "Schoßgebete" :)

Ein beliebter Post auf deinem Blog?
Ich glaube der hier wurde im Vergleich oft kommentiert: http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/2014/01/was-liest-man-eigentlich-so-wenn-harry.html

Schaust du Youtube-Videos?
Jaa! Musik,  Gronkh&Sarazar-Let's Plays, lustige Videos, Tutorials... Youtube ist mein TV-Programm :)

Warst du schon einmal auf einer Buchmesse? 
Leider nein. Obwohl ich bis vor kurzem noch nur 30min. von der Leipziger Buchmesse entfernt gewohnt habe. Dafür habe ich einen Haufen Cosplayer der Buchmesse in den Zügen gesehen. Also war ich ja irgendwie auch dabei. ;)

Ich tagge:





Meine Fragen an euch:

Mit welchem Alter hast du das Lesen gelernt?

Hast du einen Glücksbringer? Wenn ja, was für einen?

Schreibst du selber Geschichten / Romane / Gedichte / Stücke etc.?

Magst du lieber das Stadt- oder das Landleben?

Wenn du im Lotto gewinnen würdest, was würdest du als erstes mit dem Geld tun?

Spielst du Videospiele?

Gibt es ein Buch, von dem du nicht verstehst, warum es so beliebt ist?

Warst du schonmal in den USA?

Welches Album könntest du rauf und runter hören?

Gibt es eine Romanverfilmung, die dir besonders gefallen hat?

Spielst du ein Instrument?



Dienstag, 18. März 2014

Neuzugänge: Drei für 'nen Euro!

Heute war ich im Einkaufscenter unterwegs und machte halt bei der Bibliothek meines Vertrauens. Dort hatten sie viele Bücher aussortiert und 3 Bücher bekam man für nur einen Euro!



Also habe ich folgende mitgenommen:









"Die Farbe Lila" von Alice Walker

"Kannst du" von Benjamin Lebert

und "Im Morgengrauen" von Stephen King



"Die Farbe Lila" kennen ja bestimmt viele als Film mit Whoopi Goldberg. Kurze Wikipedia-Beschreibung zum Roman: 

"Das lebensumspannende Melodram spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im ländlichen Georgia und thematisiert die damalige gesellschaftliche Stellung und die Lebensbedingungen afro-amerikanischer Frauen in den Südstaaten der USA. Dabei behandelt der Roman insbesondere die Themen Inzest, patriarchale Gewalt und lesbische Liebe."


Benjamin Lebert ist bekannt durch den autobiografisch geprägten und verfilmten Roman "Crazy". In der 9. Klasse habe ich den Roman in der Schule gelesen und fand ihn sehr gut. 
Und wie hat sich Benjamin Lebert nun weiter entwickelt? Das will ich nun in "Kannst du" herausfinden.

Zum Inhalt: "Gemeinsam gehen Tim und Tanja auf eine Interrail-Reise durch Skandinavien. Die beiden kennen sich flüchtig aus Berlin und treten die Fahrt aus ganz unterschiedlichen Motiven an. Es wird eine Reise in die Extreme der Gefühle, explosiv, zärtlich und schmerzlich verwirrend.
Tim ist jemand, der ein Gefühl hat für Entfernungen. Vor allem für die Entfernungen zwischen Menschen. Sein früher Erfolg als Bestsellerautor hat ihm viel Aufmerksamkeit und so manchen Liebesbrief beschert und ihn rund um den Globus geführt, aber bei all den Begegnungen war es ihm doch, als sei er nicht wirklich dabei. Froh über den Anstoß, aus seinem solitären Leben auszubrechen, sagt Tim zu, als Tanja, eine Kneipenbekanntschaft, ihn fragt, ob er sie auf ihrer geplanten Interrail-Reise begleiten wolle. Tim schließt sich Tanja an, einer hübschen, fröhlichen und mitten im Leben stehenden jungen Frau, die mit ihren 18 Jahren viel besser zu wissen scheint, wo es langgeht, als der drei Jahre ältere Tim. So wirkt es. Völlig überrascht und hilflos wird Tim dann aber Zeuge von Tanjas nächtlichen Heulanfällen, von ihren verzweifelten Versuchen, sich selbst zu verletzen, die sie aber kurz darauf mit einem fröhlichen "Lass uns nicht darüber reden" wegzuwischen versucht. Beide spüren sie, dass sie einander nicht helfen können, dass sie es vielleicht noch nicht einmal stark genug wollen, weil sie zu sehr in ihren eigenen Kummer vertieft sind. Und dennoch unternimmt Tim in einem gewaltigen Kraftakt einen Rettungsversuch." (Amazon)


Und "Im Morgengrauen" von Stephen King sind eben typische Kurzgeschichten in alter Stephen King-Manier. Die Geschichte "Der Nebel", die 2007 auch verfilmt wurde, ist darin auch enthalten.







Freitag, 14. März 2014

Meine erste Bestellung bei reBuy.de

Vorgestern habe ich das erste Mal bei reBuy bestellt. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass einige Bücher dort SO günstig sind! Heute ist meine Bestellung eingetroffen und sah so aus:


  • Dorfpunks von Rock Schamoni
  • Herr der Fliegen von William Golding
  • Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams
  • Schwarz von Stephen King
  • Zauberer von Tomek Tryzna

"Dorfpunks" hat bestimmt schon jeder mal gelesen. Außer mir. Da Herr Rocko Schamoni Besitzer eines Clubs in Hamburg ist, den ich selber schon öfter besucht habe, wollte ich sein Erstlingswerk mal lesen.

"Herr der Fliegen" zählt ja zu den Dystopien, oder? Ein Genre, was ich immer mal wieder gerne lese. :)

"Per Anhalter durch die Galaxis" ist auch so ein Klassiker, den ich weder gelesen, noch gesehen habe. Ich bin schon sehr gespannt!

"Schwarz" ist der Auftakt eines Epos von Stephen King. Seiner Meinung nach ist es sein wichtigstes Werk und eine Mischung aus Sci-Fi, Fantasy, Western und Horror. Ich bin schon sehr gespannt!

Mit "Zauberer" von Tomek Tryzna habe ich mir ein weiteres Werk von ihm zugelegt. "Fräulein Niemand" hatte ich ja bereits gelesen und für sehr gut befunden. :)

reBuy werde ich auf jeden Fall wieder ansteuern! Die Buchpreise und der Versand waren top! Lediglich der Versandpreis von ca. 4€ hat mich etwas gestört. Doch darum habe ich gleich mehrere Bücher bestellt, sodass sich das Porto auch lohnt und dann auf die Bücher verteilt. Für die Bücher an sich habe ich übrigens nur 79-99 Cent pro Stück bezahlt. :)


Montag, 3. März 2014

[Rezension] Charlotte Roche - Schoßgebete


2008 erregte Charlotte Roche, vor allem bekannt als Viva-Moderatorin, mit ihrem Roman "Feuchtgebiete" die Aufmerksamkeit der Medien und Konsumenten. Das Buch wurde zum erfolgreichsten aber auch kontroversesten Buch des Jahres 2008.
Feministisch, eklig, lustig, interessant, unterhaltsam - sind die Stichworte die dem Roman zugeschrieben wurden.

Ich selber hatte mit Charlotte Roches Romanen nicht viel am Hut. Vor kurzem dachte ich mir, dass ich ja auch mal was von ihr lesen könnte und entdeckte bei Penny ein Mängelexemplar ihres zweiten Romans "Schoßgebete", der im Jahr 2011 erschien.
Auch bei diesem Buch wusste ich in etwa, wie die Handlung ist und was so passiert. Aber ich wurde auch überrascht.

Zur Handlung: 
Die Ich-Erzählerin Elizabeth Kiehl erzählt dem Leser von drei Tagen und derer (sexuellen) Erlebnisse mit ihrem Ehemann Georg, ihren Gesprächen mit ihrer Therapeutin und ihren Gedanken und Zwangsgedanken über sich und ihr Leben. Ihr Leben ist beherrscht von Gedanken über sich, ihren Mann, Eifersucht, den Unfall, das Verhältnis zu ihren Eltern und Ängsten. Nur beim Sex kann sie sich fallen lassen.

Dem Roman vorangestellt ist die Absicherung "Dieser Roman basiert auf einer wahren Begebenheit. Darüber hinaus ist jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen sowie realen Geschehnissen rein zufällig und nicht beabsichtigt."
Erst nach einer kleinen Internetrecherche wurde mir klar, dass viele Aspekte in Roches "Schoßgebete" autobiografisch waren und sich so oder so ähnlich zugetragen hatten. 

So verarbeitet sie zum Beispiel in diesem Roman den tragischen Autounfall, in den ihre Brüder und ihre Mutter verwickelt waren und bei dem ihre Brüder starben und ihre Mutter schwer verletzt überlebte. Besonders tragisch daran ist, dass sich dieser Unfall auf dem Weg zu ihrer eigenen Hochzeit, die in England statt finden sollte, ereignete. 
Der Unfall macht den Kern dieses Romans aus. Vor allem aus diesem Trauma ergeben sich die Ängste und Neurosen der Ich-Erzählerin Elizabeth, von denen sie stets berichtet. 
Wer hier großartige Sexszenen erwartet, der wird wohl eher enttäuscht. Zwar nehmen 2-3 Sexszenen und vor allem ihre Sexualität an sich einen Stellenwert in diesem Roman ein, jedoch wird schnell klar, dass diese nicht vorhanden sind, um zu schocken oder zu reizen, sondern um Elizabeths zwanghafte Persönlichkeit besser darstellen zu können. Denn von sich selbst behauptet sie, erst beim Sex so richtig entspannen zu können. Doch irgendwann fragt man sich: Stimmt das überhaupt?
Das Buch wirkt wie ein Tagebuch und teilweise auch wie eine nervige Bekannte, die nicht aufhört, zu quatschen. Teilweise war das Buch überladen von Elizabeths abschweifenden Gedanken und Zwangsgedanken, was es manchmal etwas anstrengend machte, zu lesen. 
Trotzdem las sich das Buch sehr zügig, da es eher in einer Art Umgangssprache verfasst wurde, die weder anspruchsvoll, noch ausgeschmückt war. Aber die Sprache hat sehr gut gepasst. Und auch die seitenlangen Ausführungen ihrer Gedanken machen wirklich deutlich, wie neurotisch sie ist und wie sehr sie auch von ihren sie quälenden Gedanken beherrscht ist.

Es würde mich nicht wundern, wenn das Buch fast ausschließlich autobiografisch ist. Und dieser Seelen-Striptease macht Charlotte Roche für mich irgendwie sympathisch.

Mein Fazit:
Kurzweiliges Psychogramm von Charlotte Roche über Sex, Tod, Liebe, Familie und Neurosen.


3 Sterne!