Sonntag, 29. Dezember 2013

Meine nicht-literarischen Highlights 2013

Da mich nicht nur Bücher, sondern auch andere Medien, wie Filme, Serien und Musik interessieren, dachte ich mir, ich poste mal zu jeder Kategorie meine persönlichen Highlights von 2013. Denn da hat sich ja einiges getan. Bei mir zumindest. Aber nicht erschrecken: Mit einigen Filmen oder Serien bin ich manchmal wirklich ziemlich hinterher. ;)


Serien:

Sex and the City

Ja, ich weiß, diese Serie ist wirklich schon uralt. Lange habe ich mich aber dagegen gewehrt, aber im Sommer bin ich dann doch auf diese Serie gestoßen und habe sie lieben gelernt. Sie hat mich den ganzen Sommer über unterhalten. 


Girls

Eigentlich schon von 2012, aber intensiv habe ich sie im Jahr 2013 geschaut und warte nun sehnsüchtig auf die neuen Folgen im Januar 2014. Diese Serie ist mit ihrem Humor, ihren Geschichten und ihrer Realitätsnähe meine absolute Lieblingsserie geworden!





Gossip Girl

Auch mit Gossip Girl habe ich schon 2012 angefangen. Trotz dessen, dass die Serie teilweise von der Dramatik und den Schicksalen und Geschichten der Charaktere ziemlich überzogen ist, hat sie mich irgendwie unterhalten.


O.C. California

Die meisten werden diese Serie noch aus ihrer Jugend kennen. Ich habe diese Serie aber erst 2013 aufgrund von Langerweile und mangelndem TV-Anschluss gesehen. Mein Fazit: Furchtbar klischeebehaftet und überzogen, trotzdem aber irgendwie liebenswürdig.




Filme:

Welche Filme haben mich im Jahre 2013 bewegt?

Django

Ich muss gestehen, ich finde Quentin Tarantino und seine Filme völlig überbewertet und zusammen geklaut. Django war aber von der Story, der Aufmachung, den Bildern und Stilelementen wirklich nicht zu verachten. Seit Inglorious Basterds habe ich das Gefühl, dass Tarantino sich doch weiter zu entwickeln scheint. Und Christoph Waltz ist einfach nur weltklasse!



Bar 25 - Tage außerhalb der Zeit

Eine tragische Doku über die Bar 25 in Berlin. Ich war sehr berührt und traurig. Man hat das Bedürfnis, sein Leben und die Kulturszene in Deutschland ändern zu wollen, ist nach dem Ende aber völlig demotiviert und fühlt sich mit machtlos.


Die Herzogin

Ein berührender Film mit toller Besetzung um das Schicksal der Herzogin von Devonshire. Nach diesem Film überlegt man sich zwei Mal, ob es wirklich so schön war, eine Adlige in jener Zeit zu sein.



Das Piano

Ein schöner, aber irgendwie merkwürdiger Film. Man fühlt die ganze Zeit mit der Protagonistin des Films. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass der Film dort, wo das Piano mit ihr ins Wasser fällt, endet. Ich stehe absolut auf tragische Enden, wenn sie denn passen. Das Ende wäre so für mich jedenfalls sehr passend gewesen.



World War Z

Der Trailer sah vielversprechend aus. Endlich mal wieder ein Endzeit-Zombie-Action-Blockbuster-Film mit Unterhaltungswert? Fehlanzeige. Der Film war einfach nur schlecht. Die Dialoge waren schlecht, die Handlung langweilig und vorhersehbar und die Charaktere total platt. Ein Highlight bezüglich: Einer der schlechtesten Filme, die ich seit langem gesehen habe.





Musik:

Kommen wir nun zur Musik. Alben höre ich selten. Deshalb hier mal meine Lieblingslieder 2013:

Zu folgendem Lied habe ich sogar ein kleines Video selber "gedreht":


























Und so weiter und so fort.

Mal sehen, was das Jahr 2014 literarisch, filmisch und musikalisch bereit hält.

In diesem Sinne: Guten Rutsch und frohes neues Jahr! :-)





Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachtsgrüße und vorweihnachtliche Errungenschaften



Zunächst mal wünsche ich allen, die sich hierher verirren, ein frohes Fest, und hoffe, dass alle reich beschenkt wurden und werden. Vielleicht waren ja auch die ein oder anderen heiß ersehnten Bücher dabei?

Kurz vor Weihnachten habe ich mich selbst schon reich beschenkt und dabei glücklicherweise nicht einmal viel Geld ausgegeben. In den einzelnen Filialen unserer Bücherhallen Hamburg, also die Stadtbibliotheken bei uns, gibt es meistens irgendwo eine kleine Ecke mit aussortierten Büchern, die man für 50Cent bis 1€ das Stück erstehen kann. Als ich vor kurzem da war, gab es eine besondere Aktion: 3 Bücher für 1 €. Ich hatte das Glück, dass auch gleich etwas passendes für mich da war:

"Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón: Wollte ich schon immer mal lesen. Die Handlung spielt ja in Barcelona, eine Stadt, die mich irgendwie fasziniert. Ich selber war mal Couchsurfen in Barcelona und Girona. Leider war es zu heiß, um viel zu sehen. 
Dieses Buch dümpelte schon länger auf meiner Amazon-Wunschliste herum und nun habe ich es quasi für lau bekommen. 

"Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley: Ein berühmter Fantasy/Sagen/Historien-Roman, der ebenfalls schon länger in meiner Wunschliste war. Auch wenn Fantasy nicht unbedingt mein Lieblingsgenre ist, hatte das Buch bei Amazon schon irgendwie mein Interesse geweckt und nun kann ich es erstmal auf meinen SuB legen.

"Farm der Tiere" von George Orwell: Ich erinnere mich schwach an einen Trickfilm zu diesem Buch. Von George Orwell kenne ich bereits 1984, die Dystopie schlechthin. "Farm der Tiere" ist, was ich vermute, ebenfalls ein kritisches Buch, das Parabeln zu Gesellschaft, aber auch zum Umgang mit Tieren in der Realität zieht. (Oder?)

"Mein Jenseits" von Martin Walser: Von Martin Walser habe ich noch nichts gelesen. Ich kenne diesen Namen vom Lesen und bringe anspruchsvolle Literatur mit diesem Namen in Verbindung. 

"Das Parfüm" von Patrick Süskind: Scheinbar jeder hat es schon gelesen. Selbst die, die sonst nie ein Buch in die Hand nehmen, was ein Grund war, dass ich mich irgendwie dagegen gesträubt habe. Ich finde diese unerklärlichen Hypes ganz schrecklich, über den Autor habe ich aber gelesen und gehört, dass er eigentlich ein guter Autor sein soll. Denn durch solche Bestseller wird schnell mal vergessen, dass er auch andere Werke verfasst hat. :)

"Der Fremde" von Albert Camus: Von Camus habe ich schon ein Buch sehr lange auf meinem SuB liegen ("Die Pest"). Da Camus nicht nur Schriftsteller, sondern auch Philosoph war, ist seine Literatur nicht unbedingt leichte Kost. Trotzdem interessiert mich der Existenzialismus sehr und ich hoffe, ihn irgendwann verstehen zu können. Ob dieses Buch mir dabei helfen wird?


Sonntag, 22. Dezember 2013

[Rezension] Tomek Tryzna - Fräulein Niemand

 

Auf dieses Buch bin ich nur durch Zufall aufmerksam geworden. Es war mal wieder einer dieser Tage, an dem ich mich durch Amazon und seine Lieblingslisten wühlte, in der Hoffnung, schöne Werke auf meinen Wunschzettel setzen zu können. Im Zentrum der Geschichte stehen vor allem nicht einfache, pubertäre, innige Mädchenfreundschaften, im Polen der 80er/90er.

Die Hauptperson in dem Roman ist die 15-Jährige Marysia, die mit ihrer Familie vom Land in eine mittelgroße Stadt in eine Plattenbauwohnung zieht und kurz vor ihrem Schulabschluss steht. Marysia bemerkt in der Schule, dass die Jugendlichen ganz anders sind, als in ihrer Heimatstadt: Modischer, wohlhabender und exzentrischer. Das einzige und erste Mädchen, zu dem Marysia richtig Kontakt aufbaut, ist die Außenseiterin Kasia. Kasia ist die Tochter einer Ärztin und komponiert in ihrem Zimmer mit Synthesizer und Trommeln Musik. Marysia ist fast immer bei ihr und erfindet sogar Lügen, um bei Kasia sein zu können. 
So steht sie vor ihrem ersten großen inneren Konflikt. Ihre übergewichtige, kranke Mutter, die sich um den Haushalt und vier weitere Geschwister kümmern muss, sowie ihr Vater, der entweder arbeitet, trinkt oder schläft stehen auf der einen Seite, ihre neue beste Freundin Kasia auf der anderen. Immer häufiger entscheidet sie sich für Kasia und es folgen Verbundenheit, Liebesschwüre, und ein "Wir-gegen-den-Rest-der-Welt"-Gefühl. Als Leser ist man jedoch immer mehr besorgt um die Protagonistin: Immer häufiger ist sie den Wutanfällen und abschätzigen Bemerkungen Kasias ausgesetzt. Obwohl sich die beiden auf eine freundschaftliche Art unendlich doll zu lieben scheinen, ist im nächsten Moment deutlich zu sehen, wie die Macht in dieser Beziehung verteilt ist. Kasia, die sich wie eine Zigeunerin kleidet, verlangt von Marysia, sich auch so zu kleiden, Marysia soll ihren katholischen Glauben und all ihre Moralvorstellungen hinterfragen, da Kasia sie verachtet und darauf nur mit Spott und Zynismus reagieren kann. Wieder steht Marysia somit vor einem Konflikt: Gott und Moral oder Kasia. Doch diesmal verliert Kasia. Die beiden gehen im Streit auseinander. Und Kasia bleibt der Schule fern. 
Daraufhin kommt die schöne, mit Kasia verfeindete, Ewa auf Marysia zu und sie werden Freundinnen. Ewa kommt aus einem reichen Elternhaus und Marysia lernt all die Dinge kennen, die sie selber nie hatte: Luxus, Parties und die Aufmerksamkeit der Männer. Zwischen Ewa und Marysia entwickelt sich ebenso schnell eine innige Beziehung, in der die Macht ständig zwischen den Beteiligten hin und her geschoben wird. Durch Ewa wird Marysia selbstbewusster und erkennt ihre weibliche Seite, was sie aber auch dominanter und aggressiver macht. Es folgen Machtspielchen, gegenseitige Abhängigkeit, sowie der Hang zu einer homosexuellen Beziehung.
Mit einem Brief taucht die fast verdrängte Kasia plötzlich wieder auf und bittet Marysia, wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen. Ein letzter großer Konflikt steht Marysia bevor: Sie muss sich zwischen ihren beiden Freundinnen Kasia und Ewa entscheiden, doch es kommt anders als erwartet und Eifersucht, Liebe, Intrigen und Verrat bringen Marysia dazu, sich ganz anders, als sonst, zu entscheiden...

"Fräulein Niemand" ist ein Buch, das mich seit langem mal wieder wirklich gefesselt hat. Es ließ sich sehr flüssig lesen und ich war regelrecht an mein Bett gekettet, um zu erfahren, wie es nun weiter geht. Da ich mein Buch gebraucht gekauft hatte und es sich dabei um eine erste Auflage handelte, bemerkte ich hier und dort den ein oder anderen Druck- oder Rechtschreibfehler. Etwas verwirrend und manchmal auch lang waren die Tag- und Nachtträume von Marysia. Die Traumsequenzen scheinen in dem Roman aber die einzigen Szenen zu sein, in denen man die "echte" Marysia kennen lernt. Dort kam zum Vorschein, wie sie sich selber in dem ganzen Gefüge sieht, wer sie zu sein glaubte, sein wollte, und wer sie nicht ist. Marysia, die sonst eher passiv auf den Leser wirkt, so als würde sie nur von ihren Freundinnen mitgezogen und gesteuert werden, offenbarte sich in ihren Träumen sich selber und dem Leser und wurde somit für kurze Zeit eine handelnde, sprechende, denkende Person, wo sie teilweise eher leblos und kalt wirkt.
Das Buch liest sich wie ein Film, was vielleicht auch daran liegen mag, dass der Autor nicht nur Schriftsteller, sondern auch Regisseur ist und außerdem Drehbücher schreibt. Somit liest sich sein Werk in einem schnellen, aber angenehmen Tempo.

Im Internet habe ich mal gelesen, dass die Mädchen verschiedene gesellschaftliche Zustände oder Gruppierungen des damaligen Polens darstellen sollten. Dazu kann ich leider nicht viel sagen, da ich nicht allzu viel über die Geschichte und Gesellschaft Polens weiß. Für mich las sich dieser Roman eher als ein sehr gut inszeniertes psychologisches Drama, das die seelischen Abgründe drei junger Mädchen aufzeigt, wie sie durch andere und durch ihr Umfeld geformt werden können, welch negative Gefühle mitschwingen, wenn man liebt und was emotionale Abhängigkeit bedeuten kann.

Fazit: Kann sich absolut in der Reihe meiner Lieblingsbücher sehen lassen. 5 Sterne!